Aseptik-Gewinn durch Desinfektionskappen

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Die Verwendung von Desinfektionskappen zur Prävention von Gefäßkatheter-assoziierten Infektionen ist der manuellen Wischdesinfektion überlegen: Sie kann dazu beitragen, die Inzidenzrate dieser Infektionen um rund 40 Prozent zu senken, nicht zuletzt aufgrund einer höheren Compliance. Das ergibt eine Metaanalyse aus den Niederlanden zu Schutzkappen für nadelfreie Konnektoren.

Wenn bei periphervenösen Verweilkanülen ein Extensionsset verwendet und ein nadelfreies Konnektionssystem (NFC) angeschlossen wird, ist dieses zunächst nicht vor Kontaminationen geschützt. Deshalb sei eine Desinfektion des Konnektors vor jeder Manipulation erforderlich, so die aktuelle KRINKO-Empfehlung zur Prävention von Gefäßkatheter-assoziierten Infektionen [1]. Die Umsetzung dieser Vorgabe erweist sich im Klinikalltag jedoch als problematisch, wenn das Desinfektionsverfahren nicht praxisgerecht ist.

Compliance-Defizit verringern

Studien zufolge werden NFC vor einer Manipulation in vielen Fällen überhaupt nicht desinfiziert, eine Studie nennt dafür einen Anteil von 31 Prozent der Fälle [2], eine andere sogar einen Anteil von 90 Prozent [3, 4]. Die mangelnde Compliance scheint darin begründet zu sein, dass eine Kontamination selten offensichtlich ist, dass das manuelle Wischverfahren einen relativ hohen Zeitaufwand erfordert und die Materialien dafür am Patientenbett nicht zur Hand sind. Desinfektionskappen dagegen lassen sich unkompliziert anwenden. Der darin enthaltene Alkohl desinfiziert die Konnektionsstelle und fungiert als physischer Schutz zwischen den Zugängen. Zur Effizienz dieser Verschlusskappen bei der Anwendung an NFC liegt unter anderem eine Metaanalyse [5] vor, die auf der Basis einer Literaturauswertung federführend am Medizinzentrum der Erasmus-Universität Rotterdam durchgeführt wurde. Untersucht wurde, ob und in wie weit die Anwendung der Kappen das Compliance-Defizit im Sinne einer effizienten Infektionsprävention ausgleichen bzw. verringern kann. 18 von 953 einschlägigen Veröffentlichungen wurden geprüft, neun Studien in die Literaturauswertung und sieben davon in die Metaanalyse einbezogen; alle Studien hatten die Effizienz der manuellen Desinfektion von NFC mit der Anwendung von Verschlusskappen der Marke 3M Curos bzw. eines anderen Herstellers verglichen. Tatsächlich ergab die Auswertung für den Einsatz der Kappen eine hohe Compliance-Rate von 82,5 Prozent (Median).

Rund 40 Prozent weniger Infektionen, geringere Kosten

Aufgrund der Heterogenität der einbezogenen Patientengruppen und weiterer Faktoren konnten die Autoren die ausgewerteten Studien nicht unmittelbar vergleichen. Dennoch war es ihnen möglich, eine Bilanz zu ziehen: Werden NFC mit Desinfektionskappen geschützt, lässt sich die Inzidenzrate der Katheter-assoziierten Blutstrominfektionen (Central Line Associated Bloodstream Infections ? CLABSI) um 41 Prozent senken. Außerdem untersuchte das Analytiker-Team die Angaben zu den Kosten der Desinfektionskappen in Relation zu den Ersparnissen durch vermiedene Gefäßkatheter-assoziierte Infektionen. Hier zeigte die Datenbasis eine besonders große Bandbreite: Die Höhe der Einsparungen variierte von rund 39.000 bis 3,2 Millionen US-Dollar. Insgesamt kommt die Metaanalyse zu dem Ergebnis: Die Verwendung von antiseptischen Schutzkappen ist ein sinnvoller Bestandteil einer Bündel-Strategie zur Prävention Gefäßkatheter-assoziierter Infektionen.

3M Curos Desinfektionskappen für alle Anschlüsse

Mit 3M Curos Desinfektionskappen bietet das Unternehmen ein komplettes Sortiment für alle Arten von Katheteranschlüssen. Neben nadelfreien Konnektoren lassen sich mit den jeweiligen Varianten auch offene, weibliche Luer-Lock-Anschlüsse wie Dreiwegehähne oder Katherhubs und männliche Luer-Anschlüsse zuverlässig desinfizieren. Die Kappen bestehen aus weichmacherfreiem Polyethylen und enthalten 70-prozentigen Isopropylalkohol, der nach dem Aufdrehen innerhalb von einer Minute desinfizierend wirkt. Der jeweilige Anschluss bleibt bis zu sieben Tagen geschützt, wenn die Kappe nicht vorher entfernt wird. Curos Kappen werden einzeln verpackt bzw. als Fünfer- oder Zehnerstreifen angeboten. An den Infusionsständer gehängt, wirken die Streifen als weiterer Vorteil mit Blick auf die Compliance.

[1] www.rki.de/DE/Content/Infekt/Krankenhaushygiene/Kommission/Tabelle_Gefaesskath_Rili.html

[2] Karchmer TB, Cook EM, Palavecino E, et al. Needleless valve ports may be associated with a high rate of catheter-related bloodstream infection [abstract]. In: Program of the 15th Annual Meeting of the Society for Healthcare Epidemiology of America (Los Angeles, CA). Washington, DC: Society for Healthcare Epidemiology of America, 2005. 307

[3] Moureau NL, Flynn J. Disinfection of needleless connector hubs: clinical evidence systematic review. Nurs Res Pract. 2015;2015:796762.

[4] J. Lee. Disinfection cap makes critical difference in central line bundle for reducing CLABSIs, in Proceedings of the APIC Annual Conference, vol. 39, p. E64, Fort Lauderdale, Fla, USA, 2013

[5] Voor in ”t holt AF, Helder OK, Vos MC, Schafthuizen L, Sülz S, Hoogen A, Ista E (2017). Antiseptic Barrier Cap Effective in Reducing Central Line-Associated Bloodstream Infections: a Systematic Review and Meta-Analysis. International Journal of Nursing Studies. 69. 10.1016/j.ijnurstu.2017.01.007.

veröffentlicht von on Montag, Dezember 2nd, 2019. gespeichert unter Forschung. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0. You can leave a response or trackback to this entry

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