Frühförderung senkt Gesundheitskosten im Alter / Überraschende These der Träger des Klaus J. Jacobs Forschungspreises an der Preisverleihung in Zürich

Sperrfrist: 03.12.2010 16:00
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Mit fachgerechter frühkindlicher Betreuung und Förderung kann das
Risiko altersbedingter Krankheiten reduziert und der Anstieg der
Gesundheitskosten gemildert werden, sagten die Träger des Klaus J.
Jacobs Forschungspreises, Terrie Moffitt und Avshalom Caspi, am
Freitag an der Preisverleihung an der Universität Zürich. Das
amerikanisch-britische Wissenschaftler-Ehepaar wurde von der Jacobs
Foundation für seine Forschung zur Kinder- und Jugendentwicklung mit
einer Million Schweizer Franken ausgezeichnet.

Moffitt und Caspi, Professoren für Neuropsychologie an der Duke
University, North Carolina, USA, und am King’s College, London, haben
bisher vor allem die psychischen Langzeitfolgen von kindlichen
Erlebnissen untersucht. Neu wollten sie sich auf die gesundheitlichen
Folgen fokussieren, kündete Terrie Moffitt in ihrer Dankesrede an.
Erste Untersuchungen hätten gezeigt, dass Stress und traumatische
Erlebnisse im Kindesalter das Risiko erhöhten, später an einer
Immunschwäche, einem Herzkreislaufproblem oder an altersbedingter
Demenz zu erkranken.

Sollte sich der Zusammenhang zwischen stressfreier Kindheit und
Gesundheit im Alter als schlüssig erweisen, dann würde die
frühkindliche Betreuung und Förderung ein Schlüssel zur Lösung der
Probleme der überalterten Gesellschaften, so Terrie Moffitt:
Alterskrankheiten würden herausgezögert, das Altern beschwerdefreier.
Unter dem Strich liesse sich damit auch der Anstieg der
Gesundheitskosten bremsen, der massgeblich durch die steigende
Lebenserwartung getrieben wird.

„Moffitt und Caspis Forschungsbefunde bestärken mich darin, dass
Interventionsprogramme zur Jugendförderung sinnvoll und nötig sind,
gerade für Kinder und Jugendliche in prekären Situationen“, freute
sich Dr. Auma Obama, die im laufenden Jahr neu in den Stiftungsrat
der Jacobs Foundation gewählt worden ist. Die Halbschwester von
US-Präsident Barack Obama, engagiert sich vollberuflich für
Jugendentwicklungsprojekte in Ostafrika.

Frühförderung ist ein Schwerpunkt der Förderarbeit der Jacobs
Foundation. Dementsprechend würdigte die Stiftung mit ihrem
Praxispreis ein Projekt zur Frühförderung: das Modell der Vereine
Opstapje Deutschland und a:primo Schweiz. Mit wöchentlichen
Hausbesuchen werden dabei Eltern von Kindern ab dem zweiten
Lebensjahr betreut, unterstützt und ausgebildet. Das Modell wird
inzwischen in über 60 Deutschen und Schweizer Städten angewendet. Den
Praxispreis in der Höhe von 200’000 Franken wurde von den
Vereinsvertreterinnen Erika Dähler (a:primo Schweiz) und Heidemarie
Rose (Opstapje Deutschland) entgegengenommen.

Ab 17.30 Uhr finden Sie erste Fotos der Preisverleihung auf Flickr

www.flickr.com/photos/jacobs_foundation/sets

Ab 16 Uhr finden Sie die Filme der Veranstaltung auf Youtube

www.youtube.com/jacobsfoundation

Alle weiteren Informationen zu den Preisträgern und zum Preis
finden Sie auf

http://award.jacobsfoundation.org/de/

Hintergrund zur Jacobs Foundation

Die in Zürich ansässige private Stiftung Jacobs Foundation wurde
1988 von dem Unternehmer Klaus J. Jacobs gegründet. Sie engagiert
sich seither im Bereich der Kinder- und Jugendentwicklung und verfügt
heute über jahrzehntelange Erfahrung in der Förderung von
Wissenschaft und von konkreten Interventionsprogrammen und deren
Umsetzung. Die Stiftung vertritt einen Ansatz in der Kinder- und
Jugendentwicklung, der die positiven Entwicklungsmöglichkeiten junger
Menschen betont. Die Stiftung ist in ihren Methoden und Ansätzen in
besonderem Masse der wissenschaftlichen Exzellenz und
Evidenzbasiertheit verpflichtet. Mit ihrer Investition von 200
Millionen Euro in die Jacobs University Bremen (2006) setzte sie neue
Massstäbe im Bereich der privaten Förderung.

Pressekontakt:
Martin A. Senn
Jacobs Foundation
Seefeldquai 17
Postfach
8034 Zürich
E-Mail: martin.senn@jacobsfoundation.org
Telefon: +41/44/388’61’06
Mobile: +41/79/301’84’68

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