Forschungsgipfel: VW-Chef Winterkorn fordert kraftvolle Innovations-Offensive für Deutschland

Spitzenvertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft
und Politik trafen sich heute zum Forschungsgipfel in Berlin, zu dem
Stifterverband, Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina und
Expertenkommission Forschung und Entwicklung eingeladen hatten.

Wie bleibt der Forschungsstandort Deutschland attraktiv für
Investoren und kreative Köpfe? Muss Deutschland mehr in Forschung &
Entwicklung investieren? Und unter welchen Bedingungen können
Spitzenforschung in Deutschland gedeihen und Forschungsergebnisse
zielgerichtet in Produkte umgesetzt werden? Im Allianz Forum in
Berlin trafen sich heute Spitzenvertreter aus Wirtschaft,
Wissenschaft und Politik, um diese Fragen zu diskutieren.

„Deutschland braucht eine kraftvolle Innovations-Offensive, um
auch im digitalen Zeitalter technologisch führend zu bleiben“, sagte
VW-Chef Martin Winterkorn: „Warum investieren wir nicht zumindest
einen Teil der Steuereinnahmen der kommenden Jahre in unsere
Zukunftsfähigkeit – also in die digitale Bildung der jungen Menschen,
in die Batterietechnologie, in Big Data und künstliche Intelligenz?
Besser kann man dieses Geld nicht anlegen. Zu einer echten
Innovations-Offensive gehört für mich zudem ein Mentalitätswandel:
Wirtschaft, Wissenschaft und Politik müssen das Thema Innovationen
mit mehr Risikobereitschaft und mehr Tempo angehen. Es braucht eine
neue deutsche Innovationskultur.“

Auf dem Forschungsgipfel wurde deutlich, dass der
Innovationsstandort Deutschland vor großen Herausforderungen steht.
Deutschland investiert knapp drei Prozent seines
Bruttoinlandsproduktes in Forschung und Entwicklung, doch der
internationale Innovationswettbewerb – insbesondere mit Ostasien –
wird intensiver. Technologien zur Digitalisierung von
Fertigungstechniken müssen kontinuierlich weiterentwickelt werden, um
auch im Bereich der Industrie 4.0 wettbewerbsfähig zu bleiben.
Darüber hinaus etablieren sich neue Formen der Zusammenarbeit
zwischen Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Gesellschaft. Dies
führt unter anderem zu Fragen nach der Funktionsfähigkeit und
Effizienz, aber auch zur Finanzierung des Innovationssystems.

Der Forschungsgipfel 2015 bot hier eine Plattform zum Austausch
für die unterschiedlichen Akteure aus Politik, Wirtschaft,
Wissenschaft und Zivilgesellschaft, um gemeinsam das Ziel eines
starken Innovationsstandortes Deutschland zu verwirklichen.

Staatsminister Helge Braun betonte, dass Deutschland neben der
Hightech-Strategie vor neuen Herausforderungen stehe, zum Beispiel in
den Bereichen Digitalisierung und Bio-Ökonomie aber auch bei der
Bekämpfung von internationalen Infektionskrankheiten: „Ich glaube,
Deutschland ist gut aufgestellt. Aber ich denke auch, dass es gerade
unsere Stärke ist, dass wir uns nie selbstzufrieden zurücklehnen.
Das, was uns antreibt, ist nicht das, was wir gestern geschafft
haben, sondern das Problem, das wir morgen lösen wollen.“

Der Forschungsgipfel ist eine gemeinsame Veranstaltung von
Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, Nationale Akademie der
Wissenschaften Leopoldina und Expertenkommission Forschung und
Innovation (EFI) und fand in diesem Jahr zum ersten Mal statt.

Mehr Informationen unter www.forschungsgipfel.de

Pressekontakt:
Moritz Kralemann
Pressesprecher
Mobil: (01 77) 8 40 11 58
E-Mail: presse@stifterverband.de

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