KfW und Verein für Socialpolitik verleihen renommierten Nachwuchsförderpreis für Entwicklungsforschung

– 11. Preisverleihung für wissenschaftliche Exzellenz und Praxisrelevanz – Forschungsschwerpunkte: Anreizsysteme im Wassersektor und im Naturschutz sowie Gesundheitsökonomik

Zum elften Mal hat die KfW Entwicklungsbank gemeinsam mit dem Entwicklungsökonomischen Ausschuss des Vereins für Socialpolitik (VfS) den Förderpreis für exzellente und praxisrelevante Entwicklungsforschung verliehen. Mit dem Preis werden drei Wissenschaftler/innen ausgezeichnet, deren Doktorarbeiten wissenschaftliche Exzellenz und Praxisrelevanz auf herausragende Art vereinen.

„Die KfW versteht die Wissenschaft als einen starken Partner, der uns hilft, unsere Arbeit zu hinterfragen, zu beurteilen und stetig zu verbessern, um so auch in Zukunft unserem eigenen qualitativen Anspruch gerecht zu werden. Mit dem Förderpreis wollen wir den so wichtigen Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis fördern“, sagte Prof. Dr. Joachim Nagel, Mitglied des Vorstands der KfW Bankengruppe.

„Der Nachwuchsförderpreis der KfW hat sich zu einem sehr renommierten und begehrten Preis unter den jungen Entwicklungsforschern im deutschsprachigen Raum entwickelt. Der Anspruch an die Preisträger, wissenschaftliche Exzellenz mit praxisrelevanter Forschung zu vereinen, betont genau worauf es ankommt und setzt damit einen Anreiz, für den wir der KfW sehr dankbar sind“, sagte Prof. Dr. Michael Grimm, Vorsitzender des Entwicklungsökonomischen Ausschuss des Vereins für Socialpolitik.

Der erste Preis geht an Dr. Sebastian Tonke (promoviert an der Uni Köln, beschäftigt am Max-Planck Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern in Bonn) für eine verhaltensökonomische Dissertation in der er die Effektivität simpler und kostengünstiger Interventionen („Nudges“) zum Schutz der Ressource Wasser untersucht. Die Arbeit liefert relevante Erkenntnisse über die Zahlungs- und Sparbereitschaft von Haushalten und somit für den nachhaltigen Betrieb von Wasserinfrastruktur. Sie trägt darüber hinaus zu einem besseren Verständnis von „Nudges“ bei. Diese bezeichnen „Anstöße“ für Verhaltensänderungen und haben großes Potenzial insbesondere für jene Sektoren, bei denen klassische Politikinstrumente, wie etwa Verbote oder Regulierungen über den Preismechanismus, nur begrenzt einsetzbar sind. „Nudges“ sind 2017 durch die Verleihung des Nobelpreises an Richard H. Thaler für seine Forschung über diese bekannt geworden.

Der zweite Preis geht an Dr. Bosco Lliso (promoviert an der Uni Osnabrück, beschäftigt am Basque Center for Climate Change, Bilbao, Spanien). In seiner Dissertation untersucht der Forscher die Frage, welche Auswirkungen die explizite Berücksichtigung von unterschiedlichen Dimensionen sozialer Gerechtigkeit (u.a. Verteilungsgerechtigkeit und prozedurale Gerechtigkeit) im Design der im Klima- und Umweltschutz zum Einsatz kommenden Payment-for-Ecoysytem-Service-Ansätze auf deren Effektivität hat. Diese Ansätze bezeichnen einen Anreizmechanismus, der jene, die wichtige Ökosystemleistungen bereitstellen oder wahren, finanziell kompensiert, z.B. Anwohner eines Naturschutzgebietes, die wirtschaftlich von der zu schützenden Flora und Fauna abhängen. Die Forschungsergebnisse fordern die weitverbreitete Sicht von Verteilungsgerechtigkeit und Effektivität als Gegensatzpaar heraus.

Den dritten Preis erhält Dr. Cara Ebert (RWI Essen) für ihre Dissertation im Bereich der Entwicklungs- und Gesundheitsökonomik. Die an der Uni Göttingen promovierte Forscherin untersucht unter anderem, wie sich die vorgeburtliche Präferenz für die Geburt eines Sohnes auf die kognitiven Entwicklungschancen von Kindern auswirken sowie die Wirksamkeit von Maßnahmen zur Vorbeugung von Eisenmangelanämie, einer der weltweit häufigsten Mangelkrankheit bei Kindern.

Aufgrund der aktuellen Corona-Situation muss die traditionell auf der Jahrestagung des Entwicklungsökonomischen Ausschusses des VfS stattfindende Preisverleihung leider auf das nächste Jahr verschoben werden.

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