Tod auf Rezept / Wissenschaftsdoku in Wissenschaft am Donnerstag / anschließend „scobel Therapienotstand: Was hilft der kranken Seele?“

„Wissenschaft am Donnerstag“ in 3sat
Donnerstag, 22. Oktober 2015
20.15 Uhr
„Tod auf Rezept“, Dokumentation
21.00 Uhr
„scobel – Therapienotstand: Was hilft der kranken Seele?“,
Gesprächssendung mit Gert Scobel
Erstausstrahlungen

Psychische Erkrankungen gehören zu den häufigsten
Krankheitsbildern – rund fünf Millionen Menschen leiden derzeit in
Deutschland an einer Depression. Antidepressiva werden demzufolge in
großen Mengen verschrieben. Die Stoffgruppe der selektiven
Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) und deren Verwandte gehören zu
den am häufigsten eingesetzten Antidepressiva. Sie helfen vielen
Patienten, ihre Angstzustände und Depressionen zu überwinden. Doch
Kritiker warnen davor, dass insbesondere in den ersten Wochen der
Einnahme von SSRIs eine erhöhte Gefahr für Suizidgedanken oder auch
Aggressionen bestehe. Statt zu helfen, bewirken diese Substanzen dann
möglicherweise das Gegenteil.

Die Dokumentation „Tod auf Rezept“ von Olivier Pighetti geht
unbequemen Fragen nach gefährlichen Nebenwirkungen und der
Verantwortung der Pharmaindustrie nach. Ein weiteres Problem, das die
Doku aufgreift, ist, dass der Besuch beim Facharzt oder Therapeuten
immer häufiger durch eine Internetrecherche ersetzt wird: Unseriöse
Online-Apotheken, die Antidepressiva mit zweifelhafter Herkunft und
Wirkung – rezeptfrei – verkaufen, sind dann nicht weit. Dabei sollte
eine medikamentöse Behandlung immer von einer Psychotherapie
begleitet werden, raten Psychologen und Psychiater.

Doch eine Psychotherapie in Deutschland zu bekommen, ist auch
nicht einfach. Gert Scobel diskutiert im Anschluss an die
Dokumentation „Tod auf Rezept“ in der „scobel“-Ausgabe
„Therapienotstand – Was hilft der kranken Seele?“ um 21.00 Uhr über
den gravierenden Mangel an Therapieplätzen. Für einen Hilfesuchenden
vergehen im Schnitt drei Monate, bis ein erstes Gespräch mit einem
niedergelassenen Therapeuten geführt werden kann. Viele Patienten
müssen trotz akuter psychischer Belastung erheblich länger warten,
manche sogar Jahre. „Monatelange Wartezeiten führen dazu, dass aus
einer ersten depressiven Episode eine wiederkehrende und chronische
Depression wird. Dieses Risiko steigt enorm mit jeder nicht
behandelten depressiven Phase“, sagt Dietrich Munz, seit April 2015
neuer Präsident der Bundespsychotherapeutenkammer.

Hinweis für Journalisten: Einen Video-Stream zur Dokumentation „Tod
auf Rezept“ finden Sie ab Montag, 19.10., hier: https://pressetreff.3
sat.de/startseite/programm/programmhinweise/artikel/tod-auf-rezept/

Weitere Informationen zur „scobel“-Sendung sind hier: https://presset
reff.3sat.de/startseite/programm/programmhinweise/artikel/scobel-must
er-des-lebens-1/

Bilder liegen hier für Sie bereit:
https://presseportal.zdf.de/presse/wad.

Pressekontakt:
Presse und Öffentlichkeitsarbeit 3sat
Pepe Bernhard
+49 (0) 6131 – 701 6261
Bernhard.p@3sat.de
www.pressetreff.3sat.de

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