Welttag des geistigen Eigentums: Ohne wirksamen Sortenschutz kein Züchtungsfortschritt bei Pflanzen / Wettbewerbsfähigkeit deutscher Pflanzenzüchter zunehmend gefährdet

Der Schutz geistigen Eigentums von Musikern und
Autoren ist in der Öffentlichkeit ein breit diskutiertes Thema, das
auf großes Verständnis und Zustimmung stößt. Größtenteils unbekannt
ist, dass es Schutz auch für Pflanzenzüchtung gibt. Pflanzenzüchter
in Deutschland kämpfen noch immer für mehr Akzeptanz und Verständnis
für den notwendigen Schutz ihrer Züchtungsarbeit.

Von der Idee bis zur Marktfähigkeit einer neuen Sorte dauert es
bis zu 25 Jahre. Die Ausgaben dafür sind enorm und werden langfristig
getätigt. Für Forschung und Entwicklung betragen die Investitionen in
der überwiegend mittelständisch geprägten deutschen Pflanzenzüchtung
rund 16 Prozent des Umsatzes – und damit so viel wie in fast keiner
anderen Branche.

„Analog zur Musik- oder Buchbranche kann die Pflanzenzüchtung nur
dann Höchstleistungen erbringen, wenn ihr geistiges Eigentum – die
Sorten – über den sogenannten Sortenschutz abgesichert wird. Nur
durch die Refinanzierung ihrer Aufwendungen können die
Pflanzenzüchter auch zukünftig verbesserte Sorten zum Nutzen für
Landwirtschaft und Gesellschaft entwickeln. Nur so können Lösungen
für globale Herausforderungen wie Welternährung oder Klimawandel
bereitgestellt werden“, sagt Dr. Carl-Stephan Schäfer,
Geschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Pflanzenzüchter e. V.
(BDP).

Wie der BDP zum Welttag des geistigen Eigentums am 26. April
erklärt, muss der Schutz der Ergebnisse aus der forschungsintensiven
Arbeit der Pflanzenzüchter in Deutschland besser anerkannt werden.
Bevölkerung und Landwirtschaft wie auch die Politik müssen sich
darüber bewusst werden, welche zentrale Rolle die Pflanzenzüchtung
für die internationale Wettbewerbsfähigkeit deutscher Landwirte
spielt. „Wer von unseren Ideen in Form neuer Sorten auch zukünftig
profitieren will, muss auch bereit sein, durch die Zahlung von
Lizenzgebühren seinen Beitrag zu leisten“, fordert Schäfer. Beim Kauf
von zertifiziertem Saatgut wird über die im Kaufpreis enthaltenen
Lizenzgebühren automatisch eine Entlohnung der Züchter
sichergestellt. Setzt ein Landwirt das Erntegut geschützter
Pflanzensorten im eigenen Betrieb als Saat- oder Pflanzgut bei der
Aussaat im Folgejahr wieder ein, wird dafür die Zahlung einer
Entschädigung an den Züchter in Form der Nachbaugebühr fällig.
„Fortschritt gibt es nicht zum Nulltarif. Während viele Landwirte
bereits heute die Notwendigkeit zur Entrichtung von Nachbaugebühren
erkannt haben, fehlt anderen nach wie vor das Verständnis. Dadurch
gehen den Pflanzenzüchtern wichtige Einnahmen verloren, was zur
Existenzbedrohung führen kann und letztlich auch den Landwirten
schadet“, beklagt Schäfer.

Für Schäfer ist es unverständlich, dass in der öffentlichen
Diskussion um den Schutz geistigen Eigentums ausgerechnet einer
Schlüsseltechnologie wie der Pflanzenzüchtung viel zu wenig Bedeutung
beigemessen wird. „Nahezu unbemerkt hat die Pflanzenzüchtung
Beachtliches geleistet, die Ernährung hierzulande sichergestellt und
wesentlich zum gesellschaftlichen Wohlstand beigetragen. Der
jährliche Ertragsfortschritt in der Landwirtschaft von etwa zwei bis
drei Prozent ist zu großen Teilen auf die Pflanzenzüchtung
zurückzuführen. Dieser Mehrertrag entspricht einem
volkswirtschaftlichen Nutzen von rund 600 Millionen Euro pro Jahr.
Die Diskussion um das zweifellos ebenfalls wichtige Urheberrecht bei
Musikern füllt ganze Zeitungen und Gesprächsrunden. Das Verständnis
für den Wert des Sortenschutzes auch für unsere Landwirte und die
gesamte Gesellschaft ist bisher leider unzureichend. Unser Ziel ist
es, hierfür Bewusstsein zu schaffen“, sagt er.

Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter e.V. (BDP): Der
Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter e.V. (BDP) mit Sitz in Bonn
und Berlin ist die berufsständische Vertretung der rund 130 deutschen
Pflanzenzuchtunternehmen und Saatenhändler aus den Bereichen
Landwirtschaft, Gemüse und Zierpflanzen. Mit einer F&E-Quote
(Forschung & Entwicklung) von 16,1 Prozent gehört die
Pflanzenzüchtung zu den innovativsten Branchen in Deutschland. Rund
12.000 Beschäftigte finden in ihr einen Arbeitsplatz und legen mit
ihrer Tätigkeit die Basis für eine erfolgreiche Landwirtschaft und
die darauf folgenden Stufen der Wertschöpfungskette. Mehr Infos:
www.bdp-online.de oder: www.diepflanzenzuechter.de

Pressekontakt:
Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter e.V.
Ulrike Amoruso-Eickhorn
Kaufmannstraße 71-73, 53115 Bonn
Tel. 02 28/9 85 81-17, Fax -19, uamoruso@bdp-online.de
www.bdp-online.de; www.diepflanzenzuechter.de

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